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Münster als Stadt der Fotografie - Erinnerung an den großen Fotografen Friedrich Hundt
Der Rat möge beschließen:
 
 
               I.      Die Verwaltung wird beauftragt für 2012 die Auslobung eines Friedrich-Hundt-Preises für Fotografie zu formulieren und zu planen.
Der Preis soll für ein Lebenswerk oder für herausragende fotografische Leistungen verliehen werden. Im Rhythmus von 3 Jahren wird er zum einen als Auszeichnungspreis und zum anderen als Förderpreis für einen Nachwuchsfotografen (bis zum 35. Lebensjahr) vergeben. Die Verwaltung wird gebeten, rechtzeitig zur Besetzung einer Jury und der angemessenen Honorierung (materiell oder ideell) der Preisträger Vorschläge zu unterbreiten.
 
             II.      Die Verwaltung wird beauftragt die Möglichkeiten aufzuzeigen, in den Jahren der Vergabe des Friedrich-Hundt-Preises einen Sommer der Fotografie zu gestalten. Die Vergabe des Preises bildet den Auftakt für alle Museen und Galerien und alle Ausstellungsstätten für etwa 2 bis 3 Monate im Sommer die Kunstform Fotografie in den Vordergrund der Ausstellungstätigkeit zu stellen.
Dabei soll geprüft werden, ob die Preisträger die Möglichkeit einer Ausstellung z.B. im Stadtmuseum bekommen können.
 
Begründung:
Friedrich Hundt, geb. 06.05.1807 in Iserlohn, seit 1833 Bürger der Stadt Münster ist der Pionier der Fotografie in Westfalen. Kein Fotograf hat die Fotografie in Westfalen, die visuelle Wahrnehmung und Umsetzung in ein fotografisches Bild so sehr beeinflusst wie Friedrich Hundt. Ihm gebührt eine Achtung und Anerkennung, wie kaum einer anderen Künstlerpersönlichkeit Münsters. Sein Andenken mit einem entsprechenden Auszeichnungs- oder Förderpreis wach zu halten, würde die Stadt Münster ehren.
 
Die Fotografie wurde als Daguerreotypie im August 1839 in Paris der Öffentlichkeit vorgestellt. Ab 1850 wurde die Talbotypie, das Papierbild gebräuchlich, das mehrere Abzüge von einer Aufnahme ermöglichte. In beiden fotografischen Bereichen war Friedrich Hundt die Künstlerpersönlichkeit. Er hatte bereits ein halbes Jahr nach der Vorstellung der Fotografie seine Lichtbilder „nach der Erfindung Daguerres“ in einer Annonce im Mai 1840 im Haus des Kunstvereins in Münster angekündigt. Durch seine ersten wichtigen und bekannten Aufnahmen vom blinden Bischof Caspar Maximilian von Droste zu Vischering oder der heute als Inkunabel der Fotografie bezeichneten Aufnahme der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff wurde er bekannt. Er war der Pionier in Münster und Westfalen und bis zum Jahr 1850 der einzige Fotograf in Münster.
 
Auch mit dem einsetzenden Fotoboom zu Beginn der 1860er Jahre und beginnender Konkurrenz war das Atelier Kreuzstraße 96 die allererste Adresse in Münster. Bis etwa 1885 war er tätig. In ungebrochener Kreativität entstanden originelle Aufnahmen, Doppelbelichtungen, kolorierte Bilder, aufwendige Kollagen. 1851 soll ihm auf der Weltausstellung in London eine Goldmedaille verliehen worden sein. Prinz Albert von Sachsen-Coburg-Gotha hat das preisgekrönte Bild einer Gruppe von Schachspielern, die als Münsteraner bekannt sind, für die Königlichen Sammlungen in London erworben.
 
 
(s. Volker Jakob, Westfälische Forschungen 58/2008 – Fotografie in Westfalen: Das 19. Jahrhundert)
Einen Fotopreis auszuloben und mit diesem Namen zu belegen, bietet sich geradezu an.
 
Die Fotografie wird in den kommenden Jahren als Ausstellungsthema noch stärker an Gewicht gewinnen. Die Stadt hat mit dem Namen Friedrich Hundts die Möglichkeit einen Akzent kulturellen Schaffens zu setzen, der bisher recht unbeachtet geblieben ist. Hier wird gerade zwischen den großen Skulpturenausstellungen die Stadt eine große Beachtung erfahren.
   
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