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„Rathaus öffnen: Mehr Mitbestimmung für Kinder und Jugendliche in Münster"
Der Rat möge beschließen:
 
Die Verwaltung wird beauftragt:
  1. ein Leitkonzept zu entwickeln, wie das Ziel „mehr Kinderfreundlichkeit“ sinnvoll und nachhaltig im Stadtgebiet umgesetzt werden kann.
  2. zu prüfen, in welcher Form Kinder und Jugendliche stärker in die städtischen Planungsprozesse eingebunden werden können.
  3. geeignete Verfahren und Instrumente für die angemessene Partizipation von Kindern und Jugendlichen an städtischen Entscheidungsprozessen zu entwickeln.
 
Begründung:
Familien und Kinder werden in den kommenden Jahren zunehmend in den Fokus der Städte und Gemeinde rücken, um im Wettbewerb der Kommunen und vor dem Hintergrund des demographischen Wandels auf der Gewinnerseite zu stehen. Auch die Stadt Münster kann sich dieser wachsenden Konkurrenzsituation nicht verschließen. Der 2004 gewonnene Titel „Kinderfreundlichste Stadt Deutschlands“ sollte daher weiterhin Ansporn für alle Verantwortlichen sein, Münster auch zukünftig kinder- und familienfreundlich zu gestalten.
Neben „harten“ Standortfaktoren, welche die Zukunftsfähigkeit der Stadt Münster sichern, wirkt sich „Kinderfreundlichkeit“ zunehmend auf die Attraktivität unserer Stadt aus und fördert Wachstum im positiven Sinne. Kinderfreundlichkeit als kalkulierbarer Wirtschaftsfaktor auf hohem Niveau ist keine Zukunftsmusik nachfolgender Generationen, sondern spielt schon heute bei der Beurteilung und dem Vergleich der Städte und Gemeinden eine entscheidende Rolle. Eine kinderfreundliche Stadtentwicklung liegt daher nicht nur im Interesse von Familien und Kindern, sondern im ureigensten Interesse der Stadt Münster.
Bislang lag der Fokus des Ausbaus der „Kinder- und Familienfreundlichkeit“ Münsters vor allem auf dem Bereich der Betreuung. So hat Münster in den vergangenen Jahren weder Kosten noch Mühen gescheut, die Betreuungssituation für Kinder und drei Jahren systematisch auszubauen und damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Derzeit liegt Münster mit einer Versorgungsquote von knapp 25 Prozent einsam an der Spitze in NRW. Bei der Versorgung mit Regelkindergartenplätzen war Münster die erste Stadt überhaupt, in der es für jedes Kind einen garantierten Platz gab und auch die Betreuungssituation für Schulkinder wird durch den konsequenten Ausbau des offenen Ganztagsangebot systematisch verbessert. Der Ausbau von Kindertagesstätten zu Familienzentren, ein dichtes Netz an Kinder- und Jugendeinrichtungen, die Schaffung eines Jugendrates sowie die konsequente Ausweitung des Kinderschutzes sind weitere Maßnahmen, mit denen Münster seinen Anspruch als „Kinderfreundlichste Stadt Deutschlands“ untermauert hat.
Um der besonderen Bedeutung von Kindern und Familien für die Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Stadt Münster gerecht zu werden, ist es an der Zeit, einen weiteren Baustein zur „Kinderfreundlichkeit“ Münsters hinzuzufügen, indem Politik und Verwaltung Kindern und Jugendlichen mehr Mitsprache bei der Stadtentwicklung und Stadtplanung einräumen. Bei allen Planungs-, Entscheidungs- und Umsetzungsschritten im Stadtgebiet sollen die Bedürfnisse und Interessen von Kindern und Jugendlichen zukünftig Berücksichtigung finden. Zentraler Voraussetzung dafür ist die Beteiligung von Mädchen und Jungen an eben diesen Prozessen. Modellkommunen in Deutschland, in denen Kinder und Jugendliche bereits stärker an der Gestaltung der urbanen Lebenswelt mitwirken, haben die Erfahrung gemacht, dass die jüngeren Einwohner ihre Wohnquartiere und Stadtteile meist besser kennen als Erwachsene und dementsprechend präzisere Vorschläge und Ideen zur Verbesserung des Wohnumfeldes unterbreiten. In Münster haben die Mitglieder der Jugendforen und des Jugendrates bereits erheblich dazu beigetragen, die Interessen ihrer Generation auf städtischer Ebene durchzusetzen. Auch die Einbeziehung von Kindern bei der Spielplatzgestaltung hat sich in unserer Kommune als durchweg positiv erwiesen. 
Die geplante stärkere Einbindung der Kinder und Jugendlichen in die Stadtplanung und -entwicklung zielt zum einen auf die bereits oben dargelegte Bedeutung der Kinderfreundlichkeit als Standortfaktor im Wettbewerb der Städte ab, zweitens soll die Stadt Münster als Ganzes wieder für Kinder erlebbar werden. Breite Straßen, Verkehrslärm, das Fehlen verkehrsgeschützter Plätze usw. machen es unseren Kindern derzeit schwer, sich eigene Freiräume im Stadtgebiet zu schaffen.
Der natürliche Bewegungsraum für Kinder wird dadurch eingeschränkt. Viele kennen ihre täglichen Wege oftmals nur noch vom elterlichen Auto aus, anstatt mit dem Fahrrad oder zu Fuß selbstständig in der Stadt unterwegs zu sein. Daraus resultieren häufig Bewegungs- und Koordinationsstörungen bei Kindern, die sie auch in ihrer geistigen, körperlichen und emotionalen Entwicklung beeinträchtigen. In Einzelfällen kann es auch zu sozial auffälligem Verhalten führen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und die Lebensqualität für Kinder und Jugendliche, deren Familien und somit letztlich für alle Generationen nachhaltig zu verbessern, soll die Stadt Münster bei der Stadtplanung neue Wege der Zusammenarbeit der Generationen beschreiten.
 
   
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